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Leipziger Institut
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2. Die heutige Baukultur wird durch neoliberalistische Vorgaben bestimmt

Immer mehr Gesetze und Bauvorschriften bestimmen die Ausführung der Bauwerke. Ein deutscher Architekt hat etwa 27.000 Vorschriften bei der Planung eines Bauwerks zu beachten. Die genaue Anzahl soll hier zweitrangig sein. Es wird damit deutlich, dass die Errichtung eines Gebäudes von einem Planer fachlich nicht mehr überschaubar ist. Standards müssen nicht gleichzeitig "Regeln der Baukunst" sein.

Die korrekte Bauplanung ist eine der schwierigsten Aufgaben eines verantwortungsvollen Planers. Auf der einen Seite darf nicht gegen die Vorschrift, Gesetze und Standards verstoßen werden und auf der anderen Seite ist das Gebäude nach den Regeln der Baukunst zu errichten. In Einzelfällen kann es zur Schädigung des Bauwerkes kommen, weil eben nach den Standards und nicht nach der Regel der Baukunst gebaut wurde. Der Planer steht in diesem Fall in der Haftung. Zudem wird die Planung der bautechnischen> Ausführung immer mehr durch vertragsrechtliche Aufgaben verdrängt.
Der freie Planer ist überfordert und sehr dankbar, wenn nicht nur Weiterbildungsseminare durch die Ingenieur- oder Architektenverbände, sondern auch die kostenfreien durch die Baustoffhersteller angeboten werden. Durch die bereitgestellten Informationen fertige Prüfzeugnisse, Verarbeitungsvorschriften usw. kann ein hoher Planungsaufwand eingespart werden.

Die Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft oder der Normausschuss (DIN) setzt sich aus Fachleuten und Praktikern zusammen. Dass die Mitarbeiter auch die Interessen ihrer Unternehmen in der Erarbeitung der Standards bzw. technische Regeln einarbeiten, dürfte verständlich sein. Bei geschickter Ausarbeitung lassen sich hier die Interessen bestimmter Industriezweige durchsetzen und lästige Konkurrenz langsam vom Markt verdrängen. "Abgesehen davon darf der Erkenntniswert von DIN-Normen nicht überbewertet werden. Technische Regelwerke des Deutschen Instituts für Normung e. V. dienen in erster Linie einer Standardisierung von Produkten im Interesse ihrer Einheitlichkeit, Vergleichbarkeit, Austauschbarkeit." (Bundesverwaltungsgericht AZ 4 C33-35/83 Urteil 22.05.87)
Zu beachten ist, dass die DIN-Normen nicht zwangsläufig anerkannte Regeln der Technik sind, wie bereits weiter oben genannt wurde.

Je nach Einflussnahme der Lobbyisten finden bestimmte Interessen in Verordnungen oder Standards ihre inhaltliche Berücksichtigung. Ausgewählte Personengruppen verfügen auch über Hausausweise im Bundestag. Die Lobbyisten erarbeiten für die Abgeordneten Zuarbeiten bzw. auch gleich fertige Gesetzesvorlagen. Dies erfolgt natürlich nicht aus Nächstenliebe für die Gesellschaft, sondern in die Textvorlagen werden bestimmte Interessen eingearbeitet. Schrittweise und kaum bemerkbar können sich so Interessen der Eliten durchsetzten und gesetzlich legalisiert werden.

Im Bereich der Bauwirtschaft sind Unternehmen und Interessenverbände der Dämmstoffindustrie, Bautenschutz oder Gebäudeausrüstung sehr aktiv. Sehr nützlich ist die Propaganda zur menschengemachten Klimaerwärmung und die Endlichkeit bestimmter Rohstoff. Diese werden durch die psychologisch ausgefeilte Einflussnahme mithilfe der gleichgeschalteten Medien in die Köpfe der Bevölkerung eingeimpft. So lassen sich auch ohne nennenswerten Widerstand seitens der Bevölkerung problemlos Ökosteuern oder die EEG-Zwangsabgabe durchsetzen. Bei der zuletzt genannten Zwangsabgabe finanziert die Mehrheit der Bevölkerung über die Stromrechnung die Fotovoltaikmodule der Eigenheime und die Solarparks. Bewusst wird diese wie eine staatliche Bezuschussung verschleiert und als ein Beitrag zur Klimarettung deklariert. Wer dies kritisiert, wird als Klimaleugner bezeichnet.

Für Windparks und Solarparks hat man bewusst den Begriff Park gewählt. Unter Parks verstand man bisher immer ein Naturgebiet. Wer nicht dafür ist, ist automatisch gegen die Natur. So können schon bereits mit der Wortwahl Industrieanlagen verschleiert werden. Während der Erdgeschichte gab es auch ohne Existenz des Menschen ständig Wärme- und Kälteperioden. Ebenso hat die menschliche Geschichte öfter gezeigt, wenn ein bestimmter Rohstoff wirklich knapp wurde, dann hat der menschliche Geist immer eine Alternative gefunden. Diese beiden als Beispiel genannten Ängste dienen nicht nur zum Erschrecken der hörigen Bevölkerung, sondern haben auch bestimmte Lenkungsfunktionen.

Mit 80 oder 100.000 Euro oder vielleicht auch weniger könnten ökologisch gesunde Einfamilienhäuser errichtet werden. Einerseits werden immer höhere Standards zur Wohnungsausstattung seitens der Bewohner bzw. Bauherrn gefordert und andererseits ist bei dieser geringen Bausumme nur wenig zu verdienen. Für die Bauträger, die Baufirmen und Baustoffhersteller sind Bauleistungen mit 250.000 Euro oder höher viel interessanter. Aber auch die Honorarhöhe der Planungsleistungen ist an der Bausumme gekoppelt. Durch den hohen Kredit begibt sich der Bauherr für sehr lange Zeit in die ökonomische Abhängigkeit der Banken und ist zudem auch kontrollierbar.

Die Planung hochwertige Gebäude beinhaltet einen entsprechenden ingenieurtechnischen Aufwand. Damit werden Kosten durch eine verbesserte Funktionsfähigkeit des Gebäudes sowie bei der Verwendung sinnvoller Baustoffe gespart. Man spart aber an der Planungsleistung.

Das Langzeitverhalten der natürlichen Baustoffe ist bekannt. Erfahrungen beim Einsatz moderner Konstruktion und die Verwendung verschiedener moderner Mischbaustoffe müssen noch forschungsseitig ausreichend auf ihr Langzeitverhalten untersucht werden. In der Zwischenzeit hat sich trotz des hohen Marketingaufwandes für die nachträgliche Fassadendämmung (Dämmwahn) die ersten Anzeichen dieser verfehlten Baupolitik gezeigt. Das sind zum Beispiel die Brandgefahr der Styroporplatten oder die Umweltbelastung der mit Fungizid angereicherten äußeren Beschichtung zur Vermeidung einer vorzeitigen Algenbildung. Diese Fungizide werden langfristig aus der Fassadenbeschichtung herausgespült und gelangen so in die Umwelt. Zur Verringerung der Brandgefahr befinden sich circa 7 g Flammenschutzmittel HBCD (Hexabromcyclododecan) in einem kg Styroporplatten. HBCD gilt laut Europäischen Chemikalienagentur als "besonders besorgniserregend". Bei dieser Chemikalie besteht der Verdacht, dass sich diese Chemikalie ungünstig auf die Fortpflanzung auswirkt. Diese chemische Verbindung reichert sich im Organismus an. Die Vereinten Nationen haben daher ein globales HBCD-Verbot beschlossen. [1]

Die spätere Entsorgung der unterschiedlichen künstlichen Baustoffgemische wird künftig eine heute noch nicht abschätzbare Belastung für künftige Generationen bedeuten. Ein künftiger Umbau, eine Nutzungsänderung der vorhandenen Bausubstanz wird schon durch die zahlreichen Bauvorschriften erschwert. Eine Wiederverwertung vorhandener Baustoffe bzw. Bauteile ist kaum noch möglich. Die Verwertbarkeit beruht vorwiegend auf das Recycling von mineralischen Baustoffen als Schüttgut. Die Wiederverwertung von älteren Holzbalken oder funktionstüchtige ältere Holzfenster ist eher eine Ausnahme. In Transkarpatien sieht man noch öfter Stapel mit abgelagerten Lehmsteinen oder brauchbarer Dachsteine für die Wiederverwendung.

Die Wohnungen mit ihrer Schutzfunktion verkommen immer mehr zu Experimentierbauten für großflächige Feldversuche an der Bevölkerung. Heute halten sich die Bewohner viel länger in den Gebäuden auf, als noch früher. Aus Gründen der Gesundheitserhaltung müssten die Wohnungen heute besonders hohe wohnhygienische Ansprüche erfüllen. Mit zusätzlichen Klima- und Lüftungsanlagen, speziellen Beschichtungen versucht man bautechnische Mängel auszugleichen.
In dem Beispiel in den Bildern 13 und 14 wird ein neu errichtetes Stadthaus in Leipzig gezeigt. Auf das 17,5 cm Mauerwerk wird eine 10 cm dicke Styroporplatten aufgeklebt. Das Flachdach ist billiger aber bauphysikalisch eine unglückliche Lösung. Dies hängt mit dem IR-Strahlungsaustausch zusammen. Besonnte Flächen werden stark erwärmt und die mit Schatten bleibt dagegen kühl.
Dieses Gebäude stellt genau das Gegenteil eines ökologischen Hauses dar. Die wichtigsten Motive für diese Ausführung sind niedrige Baukosten und weil es im Moment Mode ist.

schmale Mauerwerk eines Stadthauses
Bild 13: das sehr schmale Mauerwerk eines Stadthauses.

Stadthaus mit Styroporplatten
Bild 14: Das gleiche Gebäude, wie im Bild 13 mit dicken Styroporplatten beklebt.

Auch in Kiew hat die Bauweise mit Styropor beklebte Fassade Einzug erhalten (Bild 15). Diese Ausführung ist preiswerter, als wenn die Stahlbetonskelettkonstruktion von außen mit Ziegelsteinen umhüllt wird, wie es im Bild 16 zu erkennen ist.

Hochhäusern in Kiew werden mit Styroporplatten
Bild 14: Die Fassaden bei diesen Hochhäusern in Kiew werden mit Styroporplatten verklebt.

Stahlbetonskelettkonstruktion mit Ziegelsteine
Bild 15: Die Stahlbetonskelettkonstruktion bei diesem Hochhaus in Kiew wird nicht nur mit Ziegelsteinen ausgefacht, sondern auch von außen verkleidet.

In den modernen Wohngebäuden befinden sich ausgasende Schadstoffgemische aus Baustoffen, aus Einrichtungsgegenständen oder aus Haushaltschemikalien, wie Putzmittel. Dichte Fenster reduzieren die hygienisch notwendige Lüftungszahl. Steigende Energiekosten veranlassen den Bewohner zur Energieeinsparung an der falschen Stelle. Die Folge ist ein starker Anstieg der Schimmelbelastung nicht nur in den deutschen Wohnungen. Ein großer Teil der Energie in Deutschland wird für das Heizen benötigt. Das ist aber aufgrund der gemäßigten Klimazone bedingt. In wärmeren Klimazonen wird dagegen kaum eine Heizung, aber dafür in der warmen Jahreszeit eine Kühlung benötigt. In Deutschland werden um Energie zu sparen Effizienzhäuser, Plusenergiegebäude errichtet oder energieeffiziente Sanierungen durchgeführt. Die Bewertungen ihrer Wirtschaftlichkeit sind recht unterschiedlich und sollen an dieser Stelle nicht kommentiert werden.

Die Energieeffizienz eines Gebäudes wird nicht nur durch die Stoffkreisläufe bestimmt, welche von der Rohstoffgewinnung, Veredlung, Herstellung, Nutzung und Entsorgung reichen, sondern auch alle Aufwände zur Erhaltung der gesunden Bewohnbarkeit. Die Wiederherstellung der Gesundheit des Bewohners als mittelbare und indirekte Folge eines ungesunden Hauses, wie die Allergien oder Multiple Chemical Sensitivity (MCS) durch Schadstoffe in der Raumluft, wird vollkommen unterschätzt. Ein Schaden am Gebäude lässt sich in der Regel bautechnisch sanieren und mit einem ökonomischen Aufwand beziffern. Eine Schwächung des Immunsystems, der Leistungsabfall oder eine Verkürzung des Lebens lässt sich dagegen ökonomisch nicht bewerten.
Arztkosten und die Kosten für Medikamente der Krankheitspflegeindustrie sind keine Bezugsgrößen. Schon allein die Tatsache, dass wir von der normalen Lebenserwartung, welche zwischen 120 bis 140 Jahre liegt, weit entfernt sind, sollte die Bedeutung der Einflussnahme der Bauhülle erkennen lassen.

Die gegenwärtige Baupolitik wurde sehr treffend einmal von Bertolt Brecht eingeschätzt:"Es gibt viele Arten zu töten. Man kann einem ein Messer in den Bauch stechen, ... einen von einer Krankheit nicht heilen, einen in eine schlechte Wohnung stecken, ..."

Für den Einzelnen und auch für den Fachmann ist das Prinzip der Wechselwirkung zwischen Ursache und Wirkung kaum noch erkennbar. Dies ist gerade im Bereich der Medizin recht deutlich erkennbar. Mehrheitlich werden mit den Medikamenten die Wirkungen reduziert. Ein gesunder Patient würde weder dem Arzt noch der pharmazeutischen Industrie etwas nützen.

Die Schimmel- und Schadstoffbelastungen in den Wohnungen wirken sich negativ auf die Gesundheit der Bewohner aus. Verdiener ist in diesem Fall die Gesundheitsindustrie, bestehend aus der Pharmaindustrie und den Krankenhäusern. Die vielen kleinen Unternehmen mit ihren Leistungen zur Sanierung der Wirkung, also des Schimmelpilzes, können zusätzliche Einnahmen erzielt werden.

Die Ursachen liegen in der bautechnischen Ausführung der Gebäudehülle und deren ungeeigneten Nutzung. Die Wohnung zum Zweck des Wohnens hat sich zur Sachanlage verwandelt.

Ein nächstes Beispiel sind die Energiesparlampen, welche per Gesetz die klassische Glühbirne ablösten. Über die Wirtschaftlichkeit und die Entsorgung soll hier nicht weiter eingegangen werden. Weniger bekannt ist, dass die Energiesparlampen einen hohen Blauanteil haben. Die Verwendung dieser Lampen am Abend verändert die innere biologische Uhr des Menschen. Das natürliche Schlafbedürfnis wird weiter nach hinten verschoben und in vielen Fällen auch die Dauer des Schlafes verkürzt. Die über lange Zeit andauernde Verkürzung des natürlichen Schlafbedürfnisses wirkt sich irgendwann auf die Gesundheit des Menschen aus. Aber auch das ultraviolette Licht, welches durch Mikrorisse in der Schutzhülle in den Raum gelangt, ist nach Wissenschafter von der Stony Brook University in New York gesundheitsschädigend.

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