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Leipziger Institut
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Der Echte Hausschwamm - Serpula lacrimans [Wulf. ex Fr.]

Die Auswertung erfolgt auf der Grundlage von Gutachten und Untersuchungen in der Zeit von 1996 bis 08/2004. In die Bewertung sind 150 Schäden durch den Echten Hausschwamm aufgenommen. Vorwiegend wurden Mehrfamilienhäuser mit einem Gebäudealter von über 80 Jahren untersucht.

Andere holzzerstörende Pilze und Insekten bleiben hier unberücksichtigt.

Das Gebäudealter, -art und -nutzung spielen für die Schadenshäufigkeit eine untergeordnete Rolle. Ausschlaggebend sind die Bauausführung (Qualität), die laufende Instandhaltung und das Nutzungsverhalten der Bewohner.

1. Bauteile/Bauteilgruppen, wo Schädigung auftrat

BauteilgruppeSchadenanzahlProzent
Dachgeschoß (Deckenbalken, Drempel, Sparren usw.)4429,3%
Deckenbalkenköpfe an der Außenwand4026,7%
Deckenbalken im Gebäudeinneren z.B. Abflussrohr, Bäder2718,0%
Kellerwände, Holzteile im Keller und feuchte Erdgeschoßfußböden über feuchte Kellergewölbe2919,3%
Deckenbalken im Gebäudeinneren ohne Wasserleitung und sichtbare Feuchte106,7%

2. Ursachen die ein Wachstum begünstigt haben

UrsacheSchadensanzahlProzent
Kaputtes Dach4127,3%
Kaputtes Dach, Fallrohr, Dachrinne2617,3%
Wasserleitungsschaden2114,0%
Feuchtigkeit, z.B. Keller, Fußboden im Erdgeschoß, Grundwasser4026,7%
Offenes Fenster32,0%
unbekannt1912,7%

3. Ausbreitung der Schädigung bzw. des Pilzmyzels

AusbreitungSchadensanzahlProzent
Lokal, bis 1 m24026,7%
Lokal, z.B. an der Außenwand am Balkenauflager über 2 bis 3 Deckenbalkenköpfe3825,3%
Deckenteile, 2 bis 3 m2, z.B. die Deckenbalken sind von der Außenwand ca. 1 m lang befallen oder das Myzel hat sich über die Wandfläche ausgebreitet.3523,3%
Umfangreicher Befall und Schädigung über 2 bis 3 Wohneinheiten (vertikal) oder mehrer Zimmer (horizontal) bis 50 m22013,3%
Umfangreiche Zerstörung, komplette Decken und Teile des Wandbereichs sind auszutauschen, größer 50 m242,6%
Kein Wachstum mehr feststellbar, lokal bis 1 m2128,0%
Kein Wachstum nach Bekämpfung 1)10,7%

1)Es wurden in mehren Fällen eine Bekämpfung mit Holzschutzmittel durchgeführt. Zum Teil wurden aber nicht alle Randbereiche (Mauerwerk) erfasst oder es verblieb befallenes Holz oder Myzel im Schadensbereich. Bei erneuter Feuchteeinwirkung kam es zu einem neuen Pilzwachstum. Ordnungsgemäße Sanierungen mit dem Austausch der Deckenbalken zeigten keine erneute Schädigung. Bei größerem Befall wurden oft die Randbereich nicht ausreichend erfasst. Hier erfolgte ein Neubefall bzw. der Altbefall wuchs weiter. Daher wurden diese Schäden in die anderen Merkmale eingeordnet.

4. Bauteile

Bauteile2)SchadensanzahlProzent
Holzbalkendecke, Ziegelwände, Bundwand 8758,0%
Betondecke3)21,3%
Drempel, Sparrenfüße und Deckenbalkenköpfe3020,0%
Drempel/Abseitwand aus GKB21,3%
Lehmwand10,7%
Kellerwand, -fußboden, Holzverschlag und gelagerte Holzteile2818,6%

2)Hier erfolgt eine Zuordnung zu den Bauteilen, wo die umfangreichste Schädigung vorliegt bzw. der Ursprung der Schädigung ist. Eine Unterteilung der Deckenaufbauten, z.B. Steinholz, Spanverlege- oder Fermacellestrichplatten erfolgt nicht, da bei allen etwa die gleiche Anzahl der Schadenshäufigkeit vorliegt. Ausschlaggebend ist hier mehr die Ursache.
3) Hier wurden die Betondecken (Stahlbeton-Hohldecke) vollständig durchwachsen.

5. Schadenserkennung

SchadenserkennungSchadensanzahlProzent
Schäden waren gut erkennbar, z.B. Fruchtkörper vorhanden, eingebrochene Dielung, Verwölbung der Holzverkleidung, sichtbares Myzel usw.5234,7%
Schädigung war erst bei der Begutachtung, während der Sanierung oder bei Freilegungsarbeiten/Abbruch erkennbar9060,0%
Schädigung wurde durch Zufall festgestellt, z.B. bei der Aufnahme einer Dielung beim Verlegen eines Heizungsrohrs o.ä.85,3%

6. Vorhandensein anderer holzzerstörender Pilze oder Insekten

Vorkommen4)SchadensanzahlProzent
Der Echte Hausschwamm kommt vorwiegend nur allein vor bzw. dominiert8254,7%
Gemeinsam mit einem Weißfäulepilz128,0%
Gemeinsam mit einem anderen Braunfäulepilz4429,3%
Gemeinsam mit einem holzzerstörenden Insekt128,0%

4)Hier erfolgt nur eine makroskopisch Bewertungen. Liegt z.B. eine Braunfäule und ein Insektenbefall vor, so wurde nur der Pilzbefall gewertet.

7. Beurteilung des Schadens

Beurteilung des SchadensSchadensanzahlProzent
Erstschaden11576,7%
Der Schaden resultiert unmittelbar aus einem sichtbaren Altschaden 5)2214,7%
Altschaden ohne sichtbaren Wachstum6)138,6%

5)Z.B. das Myzel wurde überbaut und nicht bekämpft oder es sind auch Spuren einer erfolglosen bzw. falschen Bekämpfung sichtbar.
6)Das sind Schäden, die nicht bemerkt wurden und wo das Wachstum eingestellt wurde. (Die Anzahl ist wesentlich größer, kann jedoch nicht zweifelsfrei diesem Punkt zugeordnet werden, da sich das Myzel im Mauerwerk und im Holz der Deckenbalken befindet. Bei erneuter Feuchtebelastung könnten Myzelteile wachsen. Daher erfolgte eine Zuordnung in "Erstschaden".

Kurze Zusammenfassung

Die größte Schadenshäufigkeit liegt im Dachbereich Drempel/Deckenbalken vor. Ursachen sind undichte bzw. kaputte Anschlüsse an der Brandwand, Kehlen sowie Dachentwässerung.

Mehr als 80 % der vorgefundenen Schäden sind lokal (ein Deckenbalkenkopf) bzw. auf eine kleine Fläche bis 2-3 m² ausgebreitet. Etwa 50 % der Schäden hätten auch bei der Fortführung der gegenwärtigen Nutzung in den nächsten Jahren zu keiner umfangreichen sichtbaren Schädigung geführt. (Es liegt jedoch eine nicht einschätzbare statische Querschnittsschwächung vor. Ebenso ist eine Ausbreitung zu vermeiden. Daher sind alle Schäden durch holzzerstörende Pilze unverzüglich zu sanieren.) Das ist sicherlich auch eine Tatsache, dass bereits lange vorliegende Schäden nicht erkannt und falsch zugeordnet werden. Eine sichtbare Veränderung wird kaum wahrgenommen, unabhängig davon, dass der Echte Hausschwamm das verdeckte Bauteil bevorzugt.

Ca. 60 % der Schäden durch den Echten Hausschwamm wurden erst nach Freilegung der Deckenbalkenköpfe bzw. oder Entfernung des Putzes festgestellt. Lediglich ca. 1/3 der Schäden konnte bzw. könnte durch den Mieter bzw. Eigentümer festgestellt werden, wobei eine zweifelsfreie Zuordnung von diesem Personenkreis nur in den wenigsten Fällen möglich ist.

Eine Aussage zum Erfolg einer früheren Bekämpfung kann nur sehr vorsichtig formuliert werden. In den Bereichen, wo die befallenen Deckenbalken ausgetauscht wurden, kam es kaum wieder zu einem erneuten Befall. Schwerpunkt des weiteren Wachstums waren, wenn befallene Holzteile verblieben sind, z.B. Fuß des liegenden Stiel, Drempelsäule u.ä. und angrenzende Deckenbalken bzw. Holzteile, die nicht in die Sanierung einbezogen wurden, obwohl ein Myzelbewuchs am angrenzenden Mauerwerk vorlagt.

Bei sehr großem Befall (Fläche) hat man oft an entfernten Bauteilen lokal weitere Befallsherde. Bestimmte Häuser (Ausführung und Standort) sind sensibel gegenüber einen Befall. Da die Schadensbereiche in verschieden Wohneinheiten vorliegen, kann nicht von einer unmittelbaren Verschleppung ausgegangen werden. Es ist möglich, dass im oder um das Gebäude eine höhere Sporenbelastung vorliegt und bei optimalen Bedingungen die Wahrscheinlichkeit eines Wachstums größer ist. Andererseits könnten aber auch bereits belastet Holzteile eingebaut worden sein. Es ist aber auch möglich, dass während der Bauphase durch Niederschlag bestimmte Deckenbereich durchfeuchtet wurde und nicht ausreichend und schnell abtrocknen konnten und so bereits eine Vorschädigung vorlag.

Ein Zeitabschnitt des Befalls ist nicht genau bestimmbar. Können bestimmte Ereignisse ermittelt werden, z.B. Wasserleitungsschaden vor 2 oder 5 Jahren, so kann dies als Ursache angenommen werden.

Anders ist es bei den umfangreichen Schäden. Hier liegt eine ständige bzw. längere Durchfeuchtung vor, z.B. undichtes Dach, hohe Feuchte im Keller u.a. Durch die optimalen Lebensbedingungen konnten hohe Zuwachsraten auch innerhalb von 2-3 Jahren erzielt werden.

Die Lebensweise des Echten Hausschwamms und damit die mögliche Bekämpfung bzw. Wachstumsmöglichkeit wird hier beschrieben.

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