Inhalt
A.
Allgemeines zur Biologie der holzzerstörenden Pilze und Insekten
B. Serpula lacrimans(Echter Hausschwamm)
1. Schadensbild
2. Wachstumsfaktoren
2.1. Feuchtigkeit
2.2. Temperatur
2.3. Einflussdes Lichtes und Luftaustausches
2.4. Funktion und Charakteristik des Mycels
2.5. Mycel- und Hypenmerkmale(mikroskopisch)
2.6. Cytologische Prozesse
2.7. Sporen
2.8. Substrat- und Umwelteinflüsse
3. Gesundheitliche Gefährdung
4. Weitere Hausschwammarten
5. Bestimmungsmethoden
5.1. Allgemein
5.2. Makroskopische Pilzbestimmung
5.3. Mikroskopische Pilzbestimmung
6. Sanierungsmaßnahmen
7. Zusammenfassende Darstellung von verschiedenen Schadensbereichen
8. Sanierung durch Eigenleistung
9. Sanierung von pilzbefallenen Materialien (Einrichtungsgegenstände)
- Literaturübersicht
- Statistik Schadensfälle
- Meldepflicht
Der Befall durch holzzerstörende Pilze und Insekten erfordert eine erhöhte Feuchtigkeit, Kohlenstoffverbindungen als Energielieferant, andere Nährsubstanzen (Eiweiße, Fette), z.B. im Holz ca. ein Anteil von bis 5%, sowie Spurenelemente (verschiedene Kationen und Anionen). Weiterhin spielen verschiedene Umwelteinflüsse und auch der pH-Wert eine Rolle. Gemäß der DIN 1052 (Holzbau) sollte die Ausgleichsfeuchte für Hölzer in allseitig geschlossenen Räumen mit Heizung 6-12% und unbeheizten Räumen 9-15% betragen. Diese Feuchtigkeit sollte auch beim Neueinbau von Holzteilen eingehalten werden. In der nachfolgenden Tabelle wird der Beginn des Wachstums verschiedener Schädlingsarten dargestellt.
| Temperaturen | Holzfeuchte | |
| holzschädigende Pilze | 5ºC | 13 - 30% |
|
holzzerstörender Pilze |
0 - 40ºC | (15) 20 - 80 (100)% |
| holzzerstörende Insekten | 10- 38ºC | 10 - 60 % |
Eine genaue Aussage, wann ein holzzerstörender Pilz entsteht, also Spuren auskeimen oder Myzelreste anfangen zu wachsen, kann nicht eindeutig bestimmt werden. Es gibt bestimmte Grenzbereiche (in den nachfolgenden Ausführungen benannt), die in der Praxis allgemein eingehalten aber auch unter bestimmten Umständen überschritten werden. Liegen optimale Bedingungen, Feuchtigkeit, Temperatur, Nahrungsgrundlage u.a. vor, so ist die Wahrscheinlichkeit eines Befalls groß. Fehlen ein oder zwei der wichtigen Bedingungen, so kann kein Wachstum erfolgen bzw. das nur schwach ausgebildete Myzel geht in ein Starreprozeß über und stirbt irgendwann ab. Ein wesentlicher Faktor ist auch die Zeitdauer, wo optimale Bedingungen vorliegen. Die unter Laborbedingungen ermittelten Ergebnisse können nicht ohne weiteres in die variantenreiche Praxis übernommen werden, wobei diese bestimmte Trends aufzeigen.
Bei den zahlreichen untersuchten Schadensfällen hat mehrheitlich auch der Echte Hausschwamm sein Wachstum eingestellt. An anderen Stellen lag Lebendbefall vor, obwohl scheinbar keinerlei äußerliche Bedingungen vorlagen. Die Ursachenentstehung lag zum Teil Jahre zurück. Die Aufstellung einer Systematik, wann und unter welcher Bedingung ein Wachstum erfolgt, kann wegen der großen Streuung nicht aufgestellt werden, bzw. die gewonnen Ergebnisse lassen sich sowohl aus Haftungsfragen und wirtschaftlichen Überlegungen in der Praxis nicht sicher verwerten. Es gibt eine Reihe verschiedener Erscheinungsbilder und Erfahrungen, die zur allgemeinen Beurteilung herangezogen werden können. Diese werden im folgenden Abschnitten darstellen. Der Echte Hausschwamm zählt zu den am schwierigsten zu bekämpfenden Bauholzpilzen. Er stellt ein nur schwer abschätzbares Risiko dar und gilt daher als erheblicher Mangel nach BGB § 459.
© www.leipzigerinstitut.de | eMail |
Leipziger Institut für Bildung und Forschung e.V., Bucksdorffstr.28, D-04159 Leipzig