Sie finden hier keine Aussagen oder Berechnungsvorgaben zum Wärmhaushalt eines Gebäudes. Dies möchte ich kurz begründen.
Meine Auffassungen hatte ich bereits in einem Artikel in der bauzeitung (2001) "Dämmen wir die Häuser oder die Dämmung?" dargestellt. Bereits Anfang der 90er Jahre hatte ich Energie-Vor-Ort-Beratungen durchgeführt und stieß immer wieder auf Probleme, bis man mir sagte, dass es gewünscht wird, dass man eine entsprechende Software verwenden muss. Um die Daten in die vorgegebenen Felder einzutragen, hätte ich nicht einmal das Objekt besuchen müssen, geschweige untersuchen brauchen.
Die wichtigste Erkenntnis aus einer meiner Ingenieurarbeiten zum Thema "Auswahl, Aufbau und Anwendung einer direkten Kalorimetrie in einem Laborfermentor" besteht darin, das energetischer Kreisläufe kaum beherrschbar sind und ein sehr hoher Aufwand erforderlich ist, um die Einflussfaktoren zu erfassen. Bei diesem Laborfermentor handelt es sich um ein kleines Töpfchen von 2-3 Liter in einem abgeschlossenen Raum mit annähernd gleichen Raumtemperaturen.
Dagegen befindet sich ein Gebäude in einem offenen energetischen System mit n-Einflussfaktoren. Die EnEV basiert auf der U-Wert-Theorie, welche wissenschaftlich nicht validiert ist. Diese Theorie geht davon aus, dass der U-Wert und nur dieser U-Wert die dominante Energieeinsparungsgrösse sei. Der "bedarfsorientierten" Energieausweis orientiert sich ebenfalls nur an den theoretischen Werten!
Wenn mein verehrter Kollege aus der Schweiz, Herr Paul Bossert, von 8 energierelevanten Faktoren der Außenwand spricht, bin ich überzeugt, dass es sicherlich noch mehr gibt, wobei das Zusammenspiel und die gegenseitige Wirkung kaum bekannt sind und auch nicht hinreichend genau erfasst werden können. Man kann mit unbekannten Größen kein genaues Ergebnis erzielen und die dann auf alle denkbaren Variationen (Gebäude, Standort, Nutzung usw.) übertragen.
Die sich trotzdem von dieser Illusion beeindrucken lassen wollen, finden die Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz und energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden (Energieeinsparverordnung - EnEV)2002, novelliert 2004 unter www.luftdicht.de
Auf welchen wackligen Beinen die gesamte theoretische Berechnung nach der u-Wert-Methode steht, finden Sie in den Beiträgen
Wärmestrom durch eine Wand
Der Wärmedurchgangskoeffizient (u-Wert)
Wärmeübergangskoeffizient durch Konvektion (innen) und
Wärmeübergangskoeffizient durch Konvektion (außen). Dabei sind noch nicht einmal die Wärmespeicherung eines massiven Bauteils oder die Rolle der Wärmestrahlung benannt. Ausführungen finden Sie hierzu ganz unten in der Linkzusammenstellung, wenn oben das Listenfeld nicht angezeigt wird.
"Danach entspricht der energetische Standard von Gebäuden, der in der Energieeinsparverordnung (EnEV) vorgeschrieben ist, nicht mehr dem Stand der Technik. Ziel ist es, die energetischen Anforderungen an Gebäude in Stufen dem Stand der Technik und der Energiepreisentwicklung anzupassen. Ab dem Jahr 2020 soll die Wärmeversorgung von Neubauten möglichst weitgehend unabhängig von fossilen Energieträgern sein. Deshalb sollen die Anforderungen einer EnEV-Novelle in 2008/2009 um durchschnittlich 30 Prozent verschärft werden, bis 2012 nochmals um dieselbe Größenordnung.
Offensichtlich ist es auch bis zur Regierung vorgedrungen, dass die konsequente Umsetzung der EnEV zu wünschen übrig lässt. Denn als weitere Maßnahmen sind aufgeführt: 'Stärkung des Vollzugs durch Intensivierung privater Nachweispflichten (z.B. Fachunternehmerbescheinigungen). Die Einführung einheitlicher Bußgeldvorschriften für Neu- und Altbauanforderungen wird angestrebt.' " [1]
Hier noch einige andere Beiträge als Ergänzung:
Verfassungswidriges Bundesbauordnungsrecht Zur Energieeinsparungsverordnung 2002
Petition an den Bundestag vom Arbeitskreis Gesundes Haus;
.. Da die wissenschaftlichen Grundlagen der EnEV falsch sind und außerdem mit großen Bauschäden zu rechnen ist..
Energieverbrauchsanalyse Wärmedurchgangskoeffizient
Fehler und Irrtümer, Täuschungen und Verschleierungen
Kritischer Kommentar von Paul Bossert, 21. Februar 2006 zum "Bericht über die Weiterentwicklung des CO2-Gebäudesanierungsprogramms Für mehr Wachstum und Beschäftigung" des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung vom 5.1.2006
Quelle:
[1] Nächste EnEV-Novelle schon in Arbeit, Gebäude-Energieberater, Oktober 2007, Gentner Verlag, Stuttgart, in
www.baudienst.de vom 19.10.2007
Peter Rauch 10/2007
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| 8/2003
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