Die wirtschaftsstrukturellen Voraussetzungen für die Entstehung eines leistungsstarken Mittelstandes im Südraum Leipzig (Raum Kohren-Sahlis/Geithain) unter Einbeziehung Ökologischer und sozialer Kriterien

- Konzeption für eine Studie -

- Stand Januar 1993 -




Faching.,Dipl.-Ing.oec. Peter Rauch
INGENIEURBÜRO für Arbeitsorganisation Peter Rauch
Beratender Ingenieur UBI
7050 Leipzig, Mölkauer Str. 13
Doz.Dr.habil.Günter Preuße
Leipziger Institut für berufliche
Bildungsforschung e.V.
04247 Leipzig, Bautzner Str. 65/4

1. Derzeitige Situation

Ergänzend zu den Aussagen der 2. Regionalkonferenz Südraum Leipzig werden nachfolgende Gedanken dargestellt:

2. Inhaltliche Schwerpunkte
  • Einbindung der Klein- und mittelständischen Betriebe in die strukturelle Entwicklung des Gebietes;
  • Erfordernisse und Anforderungen an die künftige Bauumwelt (Bauökologie);
  • Entwicklung einer optimalen Struktur traditionell ansässiger Agrarbereiche;
  • alternative Nutzung landwirtschaftlicher Flächen (sanfter Tourismus);
  • die aus der Monostruktur der Großindustrie dieser Region (Bergbau, Carbochemie, Energiewirtschaft) freigesetzten Arbeitskräfte sollten in möglichst artverwandte Berufe im mittelständischen Bereich integriert werden;
  • Die Studie wird in ihrer Gesamtheit Gesichtspunkte der wirtschaftlichen, ökologischen, sozialen und humanen Aspekte darstellen. In die Studie fließen Kenntnisse der Technologie, Technik, Agrarökonomie, Arbeitswissenschaft, Psychologie, Soziologie, Baubiologie und Ökologie ein und werden volkswirtschaftlich untersetzt.

    3. Arbeitsschritte
  • Befragung der Bevölkerung, der Gemeinden und der Unternehmen auf der Grundlage verschiedener Techniken;
  • Vergleich der wirtschaftlichen Entwicklung der 50er Jahre mit den 90er Jahren mit dem Ziel der Anwendbarkeit spezieller motivativer Triebkräfte;
  • Erarbeitung von konkreten Lösungsvorschlägen und Stufenplänen bis zu ihrer Realisierung, evtl. Ausarbeitung bis zu Aufgabenverteilungsvorschlägen für verschiedene kommunale und privatwirtschaftliche Bereiche;
  • Die Erarbeitung erfolgt über Stufenpläne und unter der ständigen Einbeziehung der im Territorium ansässigen kommunalen Organe, Verbände und Kammern.

    4. Sozioökonomischer Nutzen
  • Zügige und strukturell passende Formierung eines Mittelstandes aus dem regional vorhandenen Potential her aus;
  • detaillierte Aufzeichnung der Start- und Lebensbedingungen von Klein- und mittelständischen Betrieben;
  • gezielte sowie selektive finanzielle und materielle Unterstützung innovativer Bereiche und Zweige, die als Knotenpunkte einer modernen Wirtschafts- und Sozialstruktur einzuordnen sind;
  • Orientierung auf einen Mittelstand, der den Anforderungen des 21. Jahrhunderts entsprechen muß (hohe Innovation, Flexibilität, Kreativität, etc.);
  • Entwicklung betriebswirtschaftlich abgesicherter und für Banken akzeptabler Konzeptionen;
  • Vorschläge für moderne Produktionsstätten, Orientierung auf geschlossene Stoff- und Energiekreisläufe, Verknüpfung von primärer, sekundärer und tertiärer Leistungserstellung;
  • Vorschläge zur ökologisch und sozialverträglichen Verknüpfung der Wohnumwelt und der Arbeitsstätten;
  • kontinuierliche und langfristige Schaffung von Arbeitsplätzen;
  • schnelle Wiederbelebung eines funktionsfähigen Wirtschaftskreislaufs im Territorium;
  • Orientierung auf umweltfreundliche Technologien, Materialien und Baustoffe;
  • 5. Ziel der Studie

    Ausgehend von der Studie sollen folgende Ergebnisse dargestellt werden:

    1. Entwicklung gewerblicher Betriebe

  • Sinnvolle Standortzuweisung von zu entstehenden Betrieben, (z.B. Wäscherei in Gnandstein für das Hotel, Töpferei in Kohren);
  • Darstellung der wirtschaftlichen Verpflechtung zwischen einzelner Bereiche, (wie Baustoffhandel, Maurerbetrieb, Sanitärtechnik, Elektriker, usw.);
  • Empfehlung zur Betriebsgröße (z.B. 50 Beschäftigte mit 6 Mio. DM Jahresumsatz mit bestimmten Erzeugnissen etc.).
  • 2. Landwirtschaftliche Betriebe

  • Integration der Agrarerzeugung in geschlossenen Erzeugerketten (von landwirtschaftlicher Produktion bis Endprodukt z.B. in Form von ausgewähltem Frischgemüse, Gefrierkost etc.);
  • vertragliche Bindung an große Endverbraucher;
  • evtl. ökologischer Landbau.
  • 3. Entwicklung eines sanften Tourismus im Kohrener Land

  • damit Integrierung des notwendigen Aufbau- und Instandhaltungsgewerbe, der gastronomischen Betreuung und Übernachtungsmöglichkeiten in Form von Pensionen sowie landschaftstypische eingepaßte Hotels;
  • Wiederbelebung der Traditionen, wie z.B. im Lindenvorwerk Kammermusik, Motorradrennen auf dem Frohburger Dreieck, Töpferei in Kohren u.a.
  • Historische Bedeutung des Gebietes darstellen und für Kundenwerbung aufarbeiten.
  • Gliederung der Studie

    1. Wirtschaftliche Bedeutung und Entwicklungstrends im zu analysierenden Territorium
    2. Strukturierung der Untersuchungsarbeit
    2.1. Allgemeines
    2.2. Datenerhebung
    2.2.1. Informationsquellen
    2.2.2. Fragebogenaktion
    2.2.3. Literaturrecherchen
    2.2.4. Direktkontakt zu Gemeinden, Unternehmen etc.
    2.3. Datenaufbereitung und Datenbehandlung
    3. Auswertung der Datenmenge
    3.1. Allgemeines
    3.2. Entwicklung und Modifizierung
    3.3. Auswertungskriterien
    4. Teilgebiete
    4.1. Unternehmen
    4.1.1. Gewerke
    4.1.1.1. Allgemein
    4.1.1.2. Standortverteilung, Größe und Leistungskraft
    4.1.1.3. Struktur, Verflechtung
    4.1.2. Dienstleistungsunternehmen
    4.1.2.1. Allgemein
    4.1.2.2. Dienstleistungsunternehmen für den gewerblichen Bereich
    4.1.2.3. Dienstleistungsunternehmen für den Konsumenten
    4.1.3. Landwirtschaftliche Betriebe
    4.1.3.1. Allgemein
    4.1.3.2. Struktur, Ausstattung, Bedingungen
    4.1.3.3. Vorstellungen
    4.2. Privater Haushalt
    4.2.1. Strukturelle Einschätzung der Wohnbevölkerung
    4.2.2. Einschätzung des Qualifikations- und Leistungspotentials
    4.2.3. Motivations- und Leistungsmomente
    4.2.4. Vorstellungen an die künftige Wohn- und Arbeitsumwelt
    4.2.5. Freizeit, Kultur und Sport
    4.3. Ökologie und Infrastruktur
    4.3.1. Allgemein
    4.3.2. Stoff- und Energiekreisläufe
    4.3.3. Umweltfreundliche Technologien, Materialien und Rohstoffe
    4.3.4. Vorstellungen an die künftige Wohn- und Arbeitsumwelt
    4.4. Gemeinden
    4.4.1. Aufgaben und strukturelle Zuordnung
    4.4.2. Vorstellung der künftigen gewerblichen, kulturellen und infrastrukturellen Einordnung
    5. Ableitung eines möglichen Soll-Zustandes aus dem gegenwärtigen Ist- Zustand
    5.1. Strukturelle Gestaltung der produzierenden Unternehmen
    5.1.1. Standortverteilung
    5.1.2. Ausarbeitung von "Schlüsselunternehmen"
    5.1.3. Horizontale und vertikale Verflechtung der Unternehmen
    5.2. Landwirtschaftliche Betriebe
    5.2.1. Höherveredlung der Agrarprodukte
    5.2.2. Einbindung in die horizontale Verflechtung
    5.3. Dienstleistungsunternehmen
    5.4. Anforderungen an Bauhülle und Sanitäreinrichtungen
    5.5. Anforderungen an die Umwelt, an die kulturellen Einrichtungen sowie Freizeit und Sport
    6. Maßnahmevorschläge
    6.1. Leistungsfelder für die Wirtschaft
    6.1.1. Personelle Leistungserhöhung
    6.1.2. Technisch - technologische Leistungserhöhung
    6.1.3. Aufgabenfelder aus dem Baugeschehen, der Landwirtschaft, dem Konsum und der Freizeit
    6.1.4. Erweiterung bzw. Aufbau einer gewerblichen Wirtschaft
    6.1.3.1. Intensiv und extensiv
    6.1.3.2. Existenzgründung
    6.1.3.3. Kooperation
    6.1.3.4. Mitarbeiterbeteiligung
    6.1.5. Standortzuordnung unter den Gesichtspunkten der Infrastruktur und der Umweltanforderungen
    6.2. Ableitung von Leistungsfeldern für den Dienstleistungsbereich
    6.2.1. Engineering, Innovationszentren u.a.
    6.2.2. Finanzbereich
    6.2.3. Konsumbereich
    6.2.4. Freizeit und Erholung
    6.3. Ableitung von Leistungsfeldern der Landwirtschaftsbetriebe
    6.3.1. Anbau / Haltung
    6.3.2. Verarbeitung
    6.4. Stoff- und Energiekreisläufe
    6.4.1. Schaffung von Stoffkreisläufen in Unternehmen bzw. durch Unternehmensgruppen
    6.4.2. Schaffung von Energiekreisläufen und Nutzung regenerativer Energien
    7. Umsetzung der Ergebnisse
    7.1. Checkliste zur Planung und Durchführung
    7.2. Empfehlungen für die Durchführung
    7.3. Varianten und Wege
    7.4. Begleitende Maßnahmen (Zeitmanagement etc.)
    7.5. Technologiezentren
    8. Zusammenfassung und Nutzengegenüberstellung


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